Viele Hobbyhalter stehen immer noch vor dieser Frage. In diversen Facebook-Gruppen häufen sich die Bilder mit dem Bildtitel „Hahn oder Henne?“. Übrigens nicht nur bei Wachteln… Wie bereits in unserem Buch Wunderbare Wachtel-Welt beschrieben, gibt es 3 Möglichkeiten, das Geschlecht zu bestimmen. Alle 3 werden wir im Folgenden vorstellen. Und auch erklären, warum sie ggf. nicht funktionieren.

Warum muss ich das Geschlecht meiner Wachteln bestimmen?

Wer neu in der Wachtelhaltung ist, wird sich mit dieser Frage früher oder später beschäftigen (müssen). Denn:

  1. Leider gibt es viele windige Verkäufer, die gerne Hähne als Hennen verkaufen.
  2. Wer selbst brütet, muss mit ca. 50% Hähnen rechnen.
  3. Auch wer Küken kauft, muss mit 50% Hähnen rechnen…
  4. Es harmonieren maximal 1 Hahn auf 5-6 Hennen.

Wer mehr Hähne pro Henne hält, wird leider alsbald blutige, unschöne Überraschungen im Wachtelstall haben. Und um ein Gerücht gleich von Beginn an auszumerzen: Ja, reine Hahnengruppen können funktionieren. KÖNNEN. Allerdings auch nur dann, wenn keine Henne in Seh- oder Hörweite ist.

Wie stelle ich aber nun fest, was Wachtelhenne und was Wachtelhahn ist?

Die erste Möglichkeit:

Geschlechtsbestimmung der Wachteln durch das Gefieder

Bei einigen Farbschlägen unterscheiden sich Männchen und Weibchen sehr stark durch das Gefieder. Hahn und Henne haben typische Zeichnungen und Färbungen, die eine Unterscheidung bereits ab ca. der 3. Woche, spätestens aber ab der 5. Woche ermöglicht. Ausgeprägte Sprenkel auf der Brust sind ein Zeichen für eine Henne. Ein ausgeprägter, weißer Streifen am Hals deutet auf einen Hahn.

Diese Bestimmung des Geschlechtes funktioniert bei den folgenden Farbschlägen: Rotkopf, Goldsprenkel, Wildfarben und sämtlichen Feen

Die zweite Möglichkeit:

Geschlechtsbestimmung der Wachteln durch das Verhalten

Früher oder später wird eine Unterscheidung der Geschlechter auch durch das Verhalten der Wachteln möglich sein. Spätestens, wenn die Hähne geschlechtsreif werden und beginnen die Hennen zu treten und zu krähen, sieht man, wer Männchen und wer Weibchen ist. Im Interesse einer harmonischen Gruppe sollten die Hähne aber bereits vorher erkannt werden. Denn sind sie erst einmal geschlechtsreif, kommt es schnell zu blutigen Auseinandersetzungen und die Hennen werden zum Teil schon stark belästigt. An dieser Stelle sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Wachteln für eine harmonische Gruppe keinen Hahn brauchen. Wer also keinen Nachwuchs wünscht, kann gerne auf ihn verzichten. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Diese Bestimmung des Geschlechtes funktioniert bei allen Farbschlägen.

Die dritte Möglichkeit:

Geschlechtsbestimmung der Wachteln durch den Kloakentest

Als sicherste Methode gilt die Bestimmung des Geschlechtes durch den Kloakentest. Dabei wird an der Kloake des Tieres geschaut, ob bei leichtem Druck Schaum austritt. Ist dies zu bejahen, handelt es sich um ein Männchen.

Diese Bestimmung des Geschlechtes funktioniert bei allen Farbschlägen.

Zusammengefasst klingt es doch nun eigentlich ganz einfach, wie man Männlein und Weiblein auseinanderhalten kann. Aber: So einfach ist es natürlich nicht. Denn es kann Faktoren geben, die all das über den Haufen werfen.

  1. Es gibt viele Vermehrer, die schlicht jedes Ei in den Brüter legen, was sie finden können. Auf Standards, Optik oder Verhalten der Elterntiere wird wenig Rücksicht genommen. Das führt dazu, dass die geschlechtstypischen Zeichnungen weniger deutlich werden oder gar ganz verloren gehen können. Dann können plötzlich auch Hähne Sprenkel auf der Brust haben oder eben Hennen keine Sprenkel.
  2. Auch beim Verhalten macht es uns Mutter Natur schwer. Denn nicht jeder Hahn verhält sich wie ein Hahn. Und das liegt bei mehreren Hähnen schlicht an der Rangordnung. In der Natur sollen sich nur die stärksten Gene vererben. Rangniedere Hähne können also völlig hahnenuntypisches Verhalten aufweisen: kein Krähen, kein Schaum, kein Treten der Hennen. Und damit funktioniert auch
  3. der Kloakentest nicht. Ändert sich die Rangordnung, beispielsweise dadurch, dass ranghohe Hähne aus der Gruppe entfernt werden, und die rangniederen Hähne steigen in der Hierarchie nach oben, beginnen auch sie zu krähen, zu treten und Schaum auszubilden. Es ist bei einer größeren Gruppe also immer recht schwer, alle Hähne auf einmal zu identifizieren.
  4. Außerdem funktioniert der Kloakentest ausschließlich bei der Japanischen Legewachtel. Andere Wachtelarten, wie Zier- oder Zwergwachteln, können so nicht bestimmt werden.

Wie oben schon geschrieben, kann man bei Rotkopf, Goldsprenkel, Wildfarben und sämtlichen Feen das Geschlecht am Gefieder unterscheiden.

Aber wie genau sehe ich nun die Unterschiede? Und ab wann?

Dazu folgt in naher Zukunft noch ein weiterer Beitrag, wo wir die Geschlechtsbestimmung für die unterschiedlichen Farbschläge zeigen werden. Gespannt sein lohnt sich also 😉

Herzliche Grüße

Ihr WachtelGold-Team