Wachteln leben auf dem Boden. Legewachteln immer, aufbaumende Zierwachteln tatsächlich meistens auch. Viele Wachtelhalter haben also den Wunsch, dass die mühevoll gebaute Voliere auch im oberen Bereich bewohnt ist. Manche möchten auch am Boden mehr Artenvielfalt haben. Aber welche Tiere eignen sich tatsächlich, um sie mit Wachteln zusammen in einem Stall oder einer Voliere zu halten?

Vorweg möchten wir 2 Dinge anmerken: Unsere Tipps basieren auf langjährigen Erfahrungen. Sicherlich gibt es immer Ausnahmen der Ausnahmen und irgendjemand kennt irgendjemanden wo es gut ging… Berücksichtigen Sie im Interesse Ihrer Tiere unsere Hinweise und verlassen Sie sich bitte nicht darauf, dass bei Ihnen die Ausnahme der Ausnahmen zutrifft. Das erspart Ihnen und Ihren Tieren unnötiges Leid.

Legewachteln mit anderen Wachtelarten

Die bunte Welt der Wachtelarten ist wunderschön und vielseitig. Schauen Sie sich doch einmal auf wachtel-arten.de um. Außer der Japanischen Legewachtel ist allerdings keine Wachtelart tatsächlich für den vielversprechenden Eiergewinn zu empfehlen. Daher werden die anderen Arten auch oft als Zierwachteln bezeichnet.

Trotzdem mag der Wunsch aufkommen, andere Wachtelarten bei den Legewachteln zu halten. In Deutschland relativ bekannt sind da die Chinesische Zwergwachtel oder die Kalifornische Schopfwachtel. Auch die Blauschuppenwachtel und die Straußwachtel erfreuen sich immer größer werdender Beliebtheit.

Den meisten Zierwachteln ist allerdings eines gemein: Sie leben monogam. Und möchten vor allem in der Brutzeit auch so gehalten werden. Andere Zierwachteln, wie beispielsweise Straußwachteln können hervorragend auch in Gruppen gehalten werden. Allerdings in artenreinen Gruppen.

Legewachteln und Chinesische Zwergwachteln

Diese Kombination ist in Deutschland wohl am meisten vertreten. Liebend gern werden die Miniwachteln mit ihren japanischen Verwandten zusammen gehalten. Wir können es nur immer und immer wieder sagen: Es macht Ihre Zwergwachteln nicht glücklich. Infos rundum die Haltung von Zwergwachteln finden Sie hier. Die männlichen Zwergwachteln haben noch einen sehr stark ausgeprägten Beschützerinstinkt. Trotz ihrer geringen Größe möchten sie ihr Weibchen beschützen. Vor allem während der Brut. Da aber auch die entspannteste Legewachtel sich nicht alles gefallen lässt, unterlässt der Zwergwachtelhahn sein Beschützerverhalten bald. Allein aus reinem Selbstschutz. Diese Unterdrückung des arttypischen Verhaltens ist weder artgerecht, noch macht es Ihre Zwergwachteln glücklich. Auch wenn es auf den ersten Blick harmonisch aussieht.

Legewachteln mit anderen Zierwachteln

Besonders abzuraten ist von der Kombination Legewachtel und Kalifornische Schopfwachtel. Die Hähne der Schopfwachteln haben insbesondere während der Brutzeit einen ausgesprochen starken Beschützerinstinkt und möchten ihre Hennen auch vor jeder Legewachtel schützen. Sie sollten daher als Paar am besten ohne Wachtelgesellschaft gehalten werden.

Wachteln wie Straußwachteln haben gänzlich andere Ansprüche an ihre Haltung, was eine artgerechte Haltung von Strauß- und Legewachteln zusammen unmöglich sein lässt.

Gute Erfahrungen haben wir mit Legewachteln zusammen mit Baumwachteln machen dürfen. Hier gilt es aber unbedingt zu beachten, dass genügend Platz gegeben sein muss! Und viele Versteckmöglichkeiten. In einer großen Voliere kann diese Kombination also durchaus funktionieren. Bitte probieren Sie diese Haltung nicht in kleinen, als Wachtelstall umfunktionierten Nagerkäfigen. Und bedenken Sie, dass Baumwachteln aufbaumen.

Wachteln und Nager

Gelegentlich werden auch Wachteln mit Kaninchen oder Meerschweinchen zusammengehalten. Auch davon raten wir Ihnen dringend ab. Egal wie viel Platz die Tiere zur Verfügung haben. Nicht nur, dass beide völlig unterschiedliche Arten des Futteranspruchs und der Kommunikation haben. Es sind vor allem die Kokzidien, die für Ihre Kaninchen und Meerschweinchen schnell gefährlich werden können. Kokzidien kommen in begrenztem Maße völlig natürlich im Darm der Wachteln vor und werden somit beim Absetzen von Kot ausgeschieden. Die Darmparasiten werden durch die Nahrungsaufnahme aufgenommen und können so die Gesundheit der Nager gefährden.

Bei einigen Zierwachteln wie der Kalifornischen Schopfwachtel kann der starke Beschützerinstinkt in der Brutzeit außerdem auch gegenüber Hase und Co. zum Problem werden.

Wachteln und Schildkröten

Das Verhalten von Legewachteln und Schildkröten stört sich in keiner Weise. Aber auch für Schildkröten stellen artuntypische Parasiten eine Gefahr dar. Egal ob Kokzidien, Milben oder Flöhe. Auch die Behandlung ist durchaus diffizil. Man sollte das Risiko einer Übertragung also am besten gar nicht erst eingehen.

Wachteln und Finken

Wachteln und Finken harmonieren hervorragend! Beide gehen sich aus dem Weg, da die Finken die meiste Zeit im oberen Bereich der Voliere leben und die Wachteln den Boden bewohnen. Für Finken typische Nahrung wie Hirse und Hirsekolben sollten dann oben positioniert werden, damit Ihre Wachteln nicht bald durch die Voliere kugeln. Wenn die Prachtfinken vom Wachtelfutter naschen, ist das nicht weiter schlimm. Allerdings sollten Wasser und Futter der Wachteln unbedingt so hingestellt werden, dass beides nicht von oben durch den Kot der Finken verschmutzt wird.

Wachteln und Wellensittiche

Auch Legewachteln und Wellensittiche können schön harmonieren. Auch wenn die Wellensittiche die Wachteln gern mal auf dem Boden besuchen kommen, so leben sie doch meistens im oberen Teil der Voliere. Allerdings sollten Sie darauf achten, ob Ihre Wellensittiche Ihre Wachteln heimlich ärgern. Es gibt tatsächlich immer wieder Fälle, in denen die Wellensittiche fröhlich auf den Wachteln reiten und sich durch die Voliere tragen lassen. Wenn Ihre Wachteln das mit Humor nehmen, ist alles in Ordnung. Wenn es Ihre Wachteln stresst, müssen Sie eingreifen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Bevölkern Ihrer Voliere und sind bei Rückfragen jederzeit gern für Sie da.

Ihr WachtelGold-Team