Der Fuchs ist wohl einer der Fressfeinde, die am meisten verteufelt werden! Zugegeben: Wachteln und Hühner schmecken ihm tatsächlich besonders gut. Aber wird er zu Recht so sehr gehasst? Und wie kann man seine Tiere beschützen? Wir rechnen ab mit dem Hassthema Fuchs und seiner Geflügelliebe!

Wer ist eigentlich „der Fuchs“?

Wenn wir vom Fuchs reden, ist damit eigentlich immer der Rotfuchs gemeint. Er gehört zu den hundeartigen Raubtieren und ist der einzige Vertreter der Fuchsarten, der hier bei uns auftaucht. Von Zoos und ähnlichen Anlagen mal abgesehen.

Er kann bis zu einem halben Meter hoch werden (Schulterhöhe) und wiegt bis zu zarten 6kg. Mit seinen bis zu 15 Jahren kann er ein stolzes Alter erreichen. Seine Gerissenheit wird ihm nicht ohne Grund nachgesagt, denn er lernt schnell. Sehr schnell. Peter M., langjähriger Jäger, sagt dazu:

„Einen Fuchs mit einer Lebendfalle zu fangen ist meist nur bei jungen und unerfahrenen Füchsen möglich. Die älteren sind dafür einfach zu schlau.“

Zu seinen natürlichen Feinden gehören Wölfe, Luchse und ggf. auch Uhus. Aber auch kleine Feinde können dem Fuchs gefährlich werden. Nämlich allen voran Endoparasiten.

Hier merken wir schon ein erstes Problem. Alles, was dem Fuchs gefährlich werden kann, macht auch uns Menschen Angst. Wölfe und Luchse sind von uns Menschen mit großen Ängsten belegt. Das Thema Wolf ist wohl gerade aktuell wie nie. Kaum jemand freut sich über eine solche Nachbarschaft. Uhus werden immer seltener. Und Parasiten? Aus Angst vor der Übertragung werden Impf- oder Anthelminthikum(Antiwurm)köder ausgelegt. Zur Freude von uns Menschen, aber eben auch der Füchse. Denn deren natürliche Fressfeinde machen wir Menschen somit gänzlich unschädlich.

Der Fuchs als Jäger

Füchse sind Einzelgänger und jagen somit allein. Einzige Ausnahme stellt hier die Aufzucht der Jungen dar. Und das kann schnell zum Problem für Wachtel und Co. werden. Denn was ist schlimmer als 1 hungriger Fuchs? Richtig! 6 hungrige Füchse.

Füchse? Bei uns kein Problem!

Besonders Neulinge in der Hühner- und Wachtelhaltung schätzen ihre Gefahr, Opfer eines hungrigen Fuchses zu werden, oft niedrig ein. Wahrscheinlich hat bisher auch noch keiner geklingelt und gesagt „Hallo, ich bin Freddy Fuchs. Ich wohne nebenan.“ Und da die scheuen Tiere dämmerungs- und nachtaktiv sind, sieht man sie ohnehin selten bis gar nicht. Füchse leben mittlerweile nicht nur in Wald und Wiesen, sondern auch in Kiez und Stadt, auf Friedhöfen und in Ruinen. Da ihre Nahrung von Schnecken, über Mäuse, Früchte, Eier, Ratten, Obst, Aas und Vögel reicht, ist es schwer einen Lebensraum zu definieren, in dem sie nicht zurecht kommen. Kurz: Eigentlich kann sich der Fuchs so gut wie jeder Situation anpassen. Das bedeutet: Egal wo Sie leben, mit einem Fuchsbesuch müssen Sie rechnen.

Nur der Feind von Huhn & Co.? Ansteckende Mitbringsel des Fuchses

Fuchsbesuch kann nicht nur für Ihre Wachteln und Hühner gefährlich werden. Denn Räude, Staupe, Fuchsbandwurm und Tollwut können auch für Hund und Mensch gefährlich werden. Gegen Staupe sind die meisten Hunde geimpft. Gegen Tollwut gab es weitreichende Maßnahmen mit Impfködern, wodurch sie stark minimiert wurde. Dennoch bleibt ein Restrisiko, dessen man sich bewusst sein sollte.

Fuchs meets Wachtel und Huhn

Der Fuchs als Fressfeind Nr. 1? Zwischen Hysterie und Wahrheit

Ja dem Fuchs schmecken Hühner, Wachteln, Enten und Gänse. Und ja, es ist unheimlich ärgerlich, wenn die liebevoll großgezogenen Küken eines Tages nicht mehr da sind, weil der Fuchs da war. Noch schlimmer ist es sicherlich, wenn es ihm gelingt in den Stall zu gelangen und dort im Rausch alles tötet, was piepst, gackert oder kikirikiet.

Wir können den Schmerz eines jeden Halters nachvollziehen, der so etwas erleben musste.

Aber: Das ist nur die eine Seite der Geschichte. Lassen Sie uns auch einen Blick auf die anderen Seiten werfen

Marder, Ratten, Wiesel, Raubvögel – Alle lieben Hühnerbüffet!

Der Fuchs ist bei weitem nicht der einzige Fressfeind, den unsere Vögel fürchten müssen. Der Verdacht liegt schnell nahe „Oh der Fuchs war da!“ Oft ist es allerdings gar nicht der Fuchs. Denn auch Marder, Ratten, Wiesel und Raubvögel haben gern Frischgeflügel auf ihrem Speiseplan! Häufig kann man allerdings an den Spuren erkennen, wer hier höchstwahrscheinlich geschlemmt hat.

Sichere Unterbringung

So gemein wie es klingt, aber es ist Ihre Aufgabe, Ihre Tiere sicher unterzubringen. Dazu gehören Hund und Katze genauso wie Huhn, Wachtel und Ente. Und ja, es funktioniert. Man ist seinem Fuchsschicksal nicht hilflos ausgeliefert.

Eine sichere Unterbringung Ihrer Tiere kann unterschiedlich aussehen. Egal ob Stall oder Voliere, Huhn oder Wachtel. Wenn Ihre Hühner auf einer großen, grünen, ungeschützten Wiese laufen und ganztags auf sich allein gestellt sind, wird es immer wieder zu Überfällen durch Fressfeinde kommen. Und denken Sie daran: Wo es lecker schmeckt, geht man gern wieder hin. Das gilt für uns Menschen genauso wie für Fuchs, Habicht und Marder.

Wiese

Auch auf einer Wiese können Sie Ihren Hühnern, Enten und Gänsen Schutz bieten. Ein Netz kann von oben gegen Greifvögel schützen. Ein Weidezaun mit Strom schützt vor Füchsen und Wölfen genauso wie vor Hunden und Katzen. Voraussetzung ist eine recht feine Maschung. Gegen Marder und Ratten wird es allerdings schwierig hier einen adäquaten Schutz zu bilden. Allerdings greifen die recht selten auf einer solchen Freifläche an. Nur kleine Küken müssen hier zusätzlich geschützt werden.

Tierisch gut: Natürlich hilft auch ein entsprechend ausgebildeter Herdenschutzhund hier super! Wir haben damit persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht.

Voliere

Eine Voliere ist eine gute Ergänzung oder Alternative. Besonders wenn Sie in der Dämmerungszeit häufiger nicht zu Hause sind und somit keine großartige Abschreckung für evtl. Fressfeinde vorhanden ist.

Wichtig: Bauen Sie stabil und fressfeindesicher von allen 6 Seiten. Sonst haben Sie daran nur kurz Freude.

Wachteln, die ohnehin in Stall oder Voliere untergebracht werden sollten, brauchen diesen Schutz ganz besonders, da sie kein typisches „Schlafengeh-Verhalten“ haben. Im Gegenteil: Wir persönlich haben einige Wachteln, die erst nachts anfangen so richtig aktiv zu werden und munter Mehlwürmer zu suchen.

Stall

Ihr Stall sollte immer und unbedingt absolut sicher sein. Denn egal ob Fuchs oder Marder: Ist er erst einmal im Stall, werden Sie kaum noch ein Tier retten können. Arbeiten Sie also mit stabilem Material. Holz ist für viele keine großartige Barriere.

Kommt Zeit, kommt Rat!

Eine Gemeinsamkeit haben viele Fressfeinde: Sie sind kreativ! Das wird für Sie besonders dann nachteilig, wenn Sie Fuchs, Ratte und Marder genügend Zeit geben, alles auszuprobieren und auszukundschaften. Irgendwann werden sie sehr wahrscheinlich eine Schwachstelle in der Unterbringung finden. Oder sie sich bauen. Überwachen Sie also im besten Fall Ihre Stallungen. Egal ob per Hund oder Wildkamera. Per Bewegungsmelder oder Überwachungskamera. Hauptsache Sie merken es rechtzeitig und können so frühzeitig eingreifen. Einige Materialien sind besonders dazu geeignet ein echtes Fort Knox zu bauen. Dazu zählen Stein und Stahl. Achten Sie außerdem auf hochwertigen Volierendraht!

Schon gewusst? Für Ratten ist auch Beton kein Hindernis!

Wie kann man Hühner und Wachteln noch vor dem Fuchs schützen?

Füchse machen sich nicht aus lauter Spaß an der Freude auf den Weg zu Ihnen und Ihrem Geflügel. Auch sie fühlen sich im geschützten Wald wohler, als dabei bei Ihnen über den Rasen zu schleichen. Besonders im Winter und bei Nahrungsmittelknappheit schreckt er allerdings auf der Futtersuche wenig vor der menschlichen Nähe zurück. Beutetiere wie Ihre geliebte Hühnerzucht kommen ihm da gerade recht.

Was soll er auch machen? Spargel ernten?

Zitat von Helmut B.

Man darf nie vergessen, dass es letztendlich nur ein natürliches Verhalten ist, was Instinkten folgt und keine menschliche Doppelmoral kennt. Für Füchse gibt es Hunger und satt. Für Menschen gibt es neben Hunger und satt noch mag ich, mag ich nicht, kenn ich, kenn ich nicht und viele weitere Grautöne. Ein solches moralisches Dilemma ist dem Fuchs fremd.

Stacheldraht, Fallen, Wassergraben mit Krokodilen oder doch lieber Strom?

Verzweifelte Geflügelhalter werden irgendwann kreativ. Aber was ist erlaubt? Was verboten? Und was einfach nur grausam?

Stacheldraht zu verwenden birgt immer auch Risiken. Verletzungsgefahren bestehen nicht nur für Fressfeinde, sondern auch für Menschen oder die eigenen Tiere. Daher raten wir von solchen Mitteln ab. Auch wenn es „nur“ den bösen Fressfeind erwischt, so finden wir persönlich es absolut inakzeptabel, welch schlimme Verletzungen dadurch entstehen können. Die Tiere können qualvoll verenden.

Fallen aufzustellen, und das möchten wir hier in aller Deutlichkeit schreiben, ist verboten!!! Und die Strafen darauf sind zum Teil sehr hoch! Sie können hier gern Ihren zuständigen Jäger um Unterstützung und Hilfe bitten. Ohne entsprechende Zulassung ist es aber strengstens verboten.

Eine sehr bewährte Möglichkeit gegen Füchse, die auch auf Dauer Ruhe verspricht, ist es, mit Strom zu arbeiten. Hier gibt es unterschiedliche Zaun- oder Anbringungsmodelle, die sehr gut individualisierbar sind. So wird auf keiner Seite des Zaunes ein Tier verletzt und der Fuchs geht doch lieber wieder Mäuse jagen.

Der Fuchs als Nützling

Füchse haben durchaus auch nützliche Eigenschaften. Über diese liest man allerdings nur selten etwas. Als Aasfresser kümmert er sich um verendete Tiere. So entwickeln sich weniger Aaskeime und ggf. Krankheitserreger. Andere Aasfresser wie Ratten übertragen zusätzlich einiges an Krankheiten und Parasiten!

Er isst außerdem gern Schnecken und andere Wirbellose. Auch hier wirkt er reduzierend. Und jeder, der gerne auch seinen Salat im Garten anpflanzt, weiß, wie schlimme Fressfeinde Schnecken sein können.

Auch Mäuse und Ratten gehören regelmäßig auf seinen Speiseplan. Wussten Sie, dass ein einziges (!) Mausepaar pro Jahr 2000 Jungtiere bekommen kann???

Besonders für Wachteln und Zwerghühner stellen Mäuse und vor allem Ratten eine ernsthafte Gefahr dar!

Fazit

Wir möchten die Gefahr für Ihr Geflügel nicht verharmlosen. Ja, der Fuchs ist eine potenzielle Gefahr. Aber wir möchten uns explizit dafür stark machen, dass eine friedliche Koexistenz von Wachtel, Huhn, Mensch und Fuchs absolut möglich ist. Der Fuchs ist kein böses Wesen, dessen Ziel die Vernichtung Ihrer Zucht ist. Er ist ein ausgesprochen soziales Wesen, was genauso wie Sie und wir auch einmal Hunger bekommt. Was seine Nachkommen ernähren möchte und was gerne Hühnchen isst. Bitte suchen und finden Sie Wege, wie Sie eine solche Koexistenz erreichen können.

Schon gewusst? Fuchsbestände werden deutschlandweit regelmäßig überwacht und bei Bedarf verkleinert. Der Fuchs wird also regelmäßig bejagt.

Sollten Sie nicht weiter wissen, wenden Sie sich an einen zuständigen Jäger. Er wird Ihnen sicherlich gern weiterhelfen. Bei der Unterbringung Ihrer Wachteln und Hühner unterstützen auch wir Sie gern!

Herzliche Grüße

Ihr WachtelGold-Team