Chinesische Zwergwachteln

Wussten Sie, dass Chinesische Zwergwachteln früher als Handwärmer in der Jackentasche genutzt wurden?

Seitdem ist viel passiert. Glücklicherweise wird sich immer mehr auf das Wohl der Tiere konzentriert, was sie von dem Jackentaschenschicksal befreit. Aber: Nach wie vor werden zu viele Zwergwachteln immer noch falsch gehalten. Die häufigsten Fehler werden im Bereich Futter und Haltung gemacht. Chinesische Zwergwachteln sind die zweitbeliebteste Wachtelart in Deutschland. Gleich nach den Japanischen Legewachteln, die unumstritten auf Platz 1 sind.

Haltung Chinesische Zwergwachteln

Während man Japanische Legewachteln im Harem oder in einer reinen Hennen-Gruppe hält und die Freude an den Eiern genießen kann, sind Zwergwachteln Ziervögel, die absolut ungeeignet sind, um im Harem oder in einer gemischten Gruppe gehalten zu werden. Aber warum eigentlich?

Chinesische Zwergwachteln sind monogam. Das bedeutet: 1 Hahn und 1 Henne sind zusammen glücklich. Das bedeutet auch: Beide verteidigen diese Konstruktion! Bei 2 oder mehr Hennen streiten sich die Hennen um den Hahn, bei mehreren Hähnen streiten sich diese um die Henne.

Echte Gentlemen

Die Hähne der Zwergwachteln sind noch echte Gentlemen. Ganz im Gegensatz zu z.B. Japanischen Legewachteln. Zwergwachtelhähne teilen sogar die liebsten Mehlwürmer mit ihrer Liebsten oder überlassen sie ihr komplett. Das würde einem Legewachtelhahn nie einfallen… Dadurch kann man auch bei Zeichnungen, die eine geschlechtliche Unterscheidung an Hand des Gefieders nicht zulassen, am Verhalten erkennen, wer Hahn und wer Henne ist!

Zwergwachtelhähne verteidigen ihre Hennen. Vor allem. Vor anderen Wachteln, vor dem Hund oder zur Not auch vor Ihnen. Egal wie klein sie sind, für ihre Angebetete geben die kleinen Power-Kerlchen alles! Das bedeutet aber auch: Je mehr Anreize sie haben, ihre kleine Familie beschützen zu müssen, desto mehr Stress bedeutet das. Und Stress schlägt bekanntlich jedem auf Gemüt und Gesundheit.

 

Aber bei uns funktioniert es!

„Aber die verstehen sich doch so toll.“ Einer der häufigsten Einwende, wenn es um die Kritik an der gemischten Wachtelhaltung unterschiedlicher Wachtelarten geht. Aber was bedeutet denn „Sie verstehen sich?“ Dass sie sich nicht gegenseitig attackieren? Oder dass keiner verletzt und blutend am Boden liegt?

Was wir als harmonisch empfinden, muss noch lange nicht harmonisch für Ihre Wachteln sein. Im Gegenteil. Besonders in der Brutzeit ist es für monogam lebende Tiere ein absoluter Stresszustand, dauerhaft andere Tiere bzw. Artgenossen um sich herum zu haben. Dieser Stress kann den Tieren durch Verhaltensanomalien wie Gefiederrupfen oder durch aufgeregtes Hin- und Herlaufen angemerkt werden. Aber: Einige Wachteln leiden auch still. Sie können ihre Brut abbrechen oder einfach vor sich hin leiden.

Auch eine große Voliere mit vielen Verstecken ist nicht die optimale Lösung, um monogam lebende Wachtelpaare zusammen zu halten. Fairerweise muss man sagen: Außerhalb der Brutzeit kann dies durchaus funktionieren! Innerhalb der Brutzeit aber entspricht es dem Naturell der Tiere, sich zurück zu ziehen und zu zweit ihre Jungen auszubrüten. Je mehr Störungen dem natürlichen Habitus in den Weg gelegt werden, desto unschöner ist das für die Elterntiere.

Respektieren Sie auch die kleinsten Vertreter der Wachteln und ihre individuellen Bedürfnisse. Denn auch sie legen ihr Glück in Ihre Hände.

Fütterung Chinesische Zwergwachteln

Ein weiterer großer Fehler wird oft in der Fütterung der Zwerge begangen. Aus Unsicherheit oder Unwissenheit. Zwergwachteln haben aber sehr spezielle Anforderungen an ihr Futter. Schlichtes Exotenfutter lässt sie schnell verfetten und deckt nicht alle Mineralien ab. Ein Futter was für Legewachteln konzipiert ist, entspricht ebenso nicht den Bedürfnissen der Zwerge.

Das perfekte Futter für Zwergwachteln hat einen Rohproteinanteil von ca. 17%. Zu viel Rohprotein kann das Legeverhalten der Hennen beeinflussen. Zu wenig ebenfalls. Außerdem sollten unterschiedliche und vor allem hochwertige Sämereien enthalten sein, da diese auch dem natürlichen Futterverhalten entsprechen. Leckere und gesunde Beispiele sind Kanariensaat, Negersaat, Plata-Hirse, Senegalhirse, Silberhirse, Rote Mohair Hirse, Hanfsaat, Grassamen, Wildsamen, Kardisaat, weiße oder gelbe Hirse.

Auch Blüten sollten Teil des regelmäßigen Futters sein, um hochwertige sekundäre Pflanzenstoffe aufnehmen zu können.

Optimal sind zusätzlich tierische Proteine, wie beispielsweise Gammarus. In der Natur nehmen Zwergwachteln liebend gern krabbelnde Insekten auf. Sie können Ihren Zwergwachteln auch gern öfter einen Spatenstich frische Gartenerde in den Stall tun. Da gibt es noch mehr krabbelnde Leckereien.

Über frisches Gemüse oder Wachtelsnacks freuen sie sich gelegentlich ebenfalls.

 

Bei richtiger Haltung, viel Zeit und Liebe und dem passenden Futter können Zwergwachteln unheimlich drollige und zahme kleine Wesen werden.

Geben Sie ihnen das Leben, was sie wirklich glücklich macht.

Herzliche Grüße

Ihr WachtelGold-Team